Glossar
Das GET H2 Glossar erklärt wichtige Begriffe, technische Konzepte und Fachabkürzungen rund um die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. So erhalten Sie schnellen Zugriff auf relevantes Wissen über Wasserstoff, H2-Infrastruktur, Technologien und Anwendungen. Dieses Wasserstoff-Glossar hilft sowohl Einsteigern als auch Experten, die Wasserstoffwirtschaft besser zu verstehen und bestimmte Begriffe nachzulesen.
Glossar
Chemische Verbindung, die Wasserstoff an ein Trägerelement bindet und so einen Transport per Schiff ohne großen Energieaufwand ermöglicht. Am Zielort wird der Wasserstoff per Ammoniak-Cracking wieder vom Stickstoff abgespalten und kann abtransportiert oder verwendet werden.
Das Amortisationskonto dient im Wasserstoff-Kernnetz dazu, hohe Anfangsinvestitionen für Leitungsinfrastruktur vorzufinanzieren. Die Kosten werden über einen längeren Zeitraum verteilt und durch spätere Netzentgelte refinanziert. Dadurch sinkt das wirtschaftliche Risiko für Netzbetreiber. Es beschleunigt den Netzausbau und ermöglicht frühzeitig Anschlüsse für Industrie und Erzeuger.
In einer Brennstoffzelle wird die chemische Bindungsenergie von Wasserstoff und Sauerstoff durch die Vereinigung der beiden Elemente freigesetzt. Es ist also der umgekehrte Prozess des Elektrolyseurs. Das Ergebnis ist eine elektrische Spannung, die dann weiterverwendet wird. Bei diesem Prozess handelt es sich nicht im klassischen Sinn um eine „Verbrennung“, vielmehr nennt man ihn auch „kalte Verbrennung“, da keinerlei Flammen entstehen, sondern nur elektrische Energie.
Verfahren zur Abscheidung und dauerhaften Speicherung anfallender CO₂-Mengen aus Industrieprozessen oder der Energieerzeugung. Ziel ist es, bestehende Prozesse schnell klimaneutral umzustellen, etwa durch die Speicherung von CO2, das bei der Dampfreformierung anfällt.
Ein staatliches Förderinstrument, das klimafreundlichen Unternehmen die Differenz zwischen dem Preis für CO₂-Vermeidung und dem EU-Emissionshandel vergütet. Dadurch wird die Nutzung von grünem Wasserstoff in der Industrie wirtschaftlich attraktiver.
Aktuell wird der in Deutschland verwendete Wasserstoff über Dampfreformer gewonnen. Dabei wird Erdgas unter Zuführung von heißem Wasserdampf in seine Bestandteile aufgespalten. Dabei entstehen Wasserstoff und Stickstoff, aber auch klimaschädliches Kohlendioxid. Der dabei produzierte Wasserstoff ist so genannter grauer Wasserstoff.
Ein Elektrolyseur ist eine Vorrichtung, in der mit Hilfe von elektrischem Strom eine chemische Reaktion herbeigeführt wird. Wenn wir in unserem Zusammenhang davon sprechen, meinen wir eine Wasserelektrolyse. In dieser wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Kommt der zugeführte Strom aus erneuerbaren Energien, spricht man von grünem Wasserstoff. Es gibt verschiedene Arten der Wasserelektrolyse. Im Projekt GET H2 Nukleus ist die Errichtung einer PEM-Elektrolyse geplant. PEM steht für Protonen-Austausch-Membran (Proton exchange membrane). Bei einer PEM-Elektrolyse werden keine zusätzlichen Chemikalien zugeführt.
Ein technisches Konzept, das beschreibt, ob Anlagen – insbesondere Kraftwerke oder Industrieprozesse – zukünftig mit reinem Wasserstoff betrieben werden können. H₂-ready bedeutet, dass nur geringe Umrüstungen nötig sind, um den Betrieb von Erdgas auf Wasserstoff umzustellen.
Wer mit Erneuerbarem Strom Wasserstoff erzeugen will, muss nachweisen, dass es sich auch wirklich um Erneuerbare Energie handelt. Dafür gibt es so genannte Herkunftsnachweise, die mit bestimmten Kriterien verbunden sind.
Ein europäischer Förderrahmen für große, strategische Projekte mit grenzüberschreitender Bedeutung. Im Wasserstoffbereich wird über IPCEI die Entwicklung einer europäischen Wasserstoffwirtschaft mitfinanziert. Ein umfassendes FAQ zum Thema IPCEI gibt es auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums.
Unterirdische Hohlräume, meist in Salzgestein, zur großvolumigen Speicherung von Erdgas und Wasserstoff. Sie bieten große Kapazitäten, sind erprobt im Betrieb und können so saisonale Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleichen und die Versorgungssicherheit erhöhen. Ein Beispiel ist das Projekt von RWE Gas Storage West zur Errichtung eines H2-Kavernenspeichers in Epe.
Die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung regelt den Bau neuer, flexibler Kraftwerke, die zur Absicherung der Stromversorgung bei schwankender Erneuerbaren-Einspeisung dienen sollen. Sie sollen zunächst mit Erdgas betrieben und mittelfristig auf klimaneutralen Wasserstoff umgerüstet werden („H₂-ready“). Die Strategie ist Teil der nationalen Wasserstoff- und Energiewendeplanung.
Liquid Organic Hydrogen Carrier sind flüssige organische Wasserstoffträger. In einen solchen Träger kann der Wasserstoff eingespeichert werden – im Falle des Thermalöls Benzyltoluol z.B. 54 Kilogramm Wasserstoff pro Kubikmeter LOHC. Das LOHC wird ohne besondere Kühlung und gefahrlos per Tanklaster, Zug oder Tankschiff transportiert. Bei den Abnehmern wird der Wasserstoff in einer Dehydrieranlage aus dem LOHC freigesetzt und genutzt. Das als LOHC verwendete Thermalöl kann nach der Freisetzung des Wasserstoffs hunderte Male neu mit Wasserstoff be- und entladen werden und ist recyclebar.
Thermisches Verfahren zur Wasserstoffgewinnung aus Methan – dabei entsteht fester Kohlenstoff statt CO₂.
Politisches Leitdokument der Bundesregierung zur Entwicklung und Skalierung einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Ziel ist der Aufbau eines Marktes für grünen Wasserstoff, inklusive Infrastruktur, Erzeugung, Import und Nutzung. Die Strategie wird regelmäßig an die Entwicklung angepasst und fortgeschrieben, zuletzt 2023 mit stärkerem Fokus auf Industrieanwendungen, internationale Partnerschaften und den regulatorischen Rahmen.
Verfahren zur Umwandlung von elektrischer Energie in Gasförmige Energieträger, meist Wasserstoff oder synthetisches Methan. Dies geschieht etwa in Form der Wasserstofferzeugung per Elektrolyse. PtG ist damit Teil der Sektorenkopplung.
Verbindung der Energiesektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie durch gemeinsame und übergreifende Nutzung von Energie in verschiedenen Formen. Ziel sind Effizienzsteigerungen der eingesetzten Energiemengen.
Die EU-Gesetzgebung regelt, welcher Wasserstoff als grün. Dabei geht es sowohl um die Herkunft des Stroms – ob er also aus Windkraftanlagen oder anderen Quellen stammt – als auch um z.B. den Zeitpunkt zwischen der Erzeugung des Erneuerbaren Stroms und des Verbrauchs in einem Elektrolyseur. Nur nach diesen Kriterien als grün eingestufter Wasserstoff kann auf die CO2-Minderung angerechnet werden.
Auch unter den Namen Synthetic Fuels oder Synfuels bekannt. Synthetische Kraftstoffe sind in der Regel künstlich hergestellte Kraftstoffe, bei denen in der Regel Erdöl als Rohstoffbasis durch andere, klimafreundlichere Kraftstoffe ersetzt wird. Die neueste und klimafreundlichste Form dieser Kraftstoffe sind so genannte E-Fuels. Hier wird mit dem Einsatz von Erneuerbarem Strom, Wasserstoff und aus der Luft entnommenem CO2 klimaneutraler Kraftstoff hergestellt.
Das Wasserstoff-Kernnetz ist das geplante Grundgerüst für den bundesweiten Transport von Wasserstoff. Es verbindet Erzeugungsstandorte mit industriellen Abnehmern und besteht größtenteils aus umgestellten Erdgasleitungen. Ziel ist ein effizienter, flächendeckender Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Es schafft Planungssicherheit und senkt Infrastrukturkosten durch gemeinsame Netznutzung.
Alle Informationen zum Wasserstoff-Kernnetz gibt es auf der Website des FNB Gas.
Projekte
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Erzeugung300 MW Elektrolyse (GET H2 Nukleus)
RWE
Das Projekt GET H2 Nukleus umfasst die Errichtung einer Elektrolyseanlage am Standort des Gaskraftwerks Emsland in Lingen (Ems), Landkreis Emsland, Niedersachsen. Die Anlage wird in drei Ausbaustufen mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt (MW) errichtet. Das Projektziel ist die großskalige, kommerzielle Erzeugung von grünem Wasserstoff, der an industrielle Abnehmer geliefert wird.
Das Vorhaben wird im Rahmen des IPCEI-Programms Hy2Infra (Important Project of Common European Interest) gefördert. Die Förderung erfolgt durch den Bund und das Land Niedersachsen. Inbetriebnahme der ersten 200 MW ist für 2026 geplant, die Erweiterung auf 300 MW für 2027. Die Anlage erzeugt bei Volllast 5,6 Tonnen grünen Wasserstoff pro Stunde.Erzeugung -
TransportWasserstoff-Trainingsstrecke Werne
OGE
Der Aufbau eines flächendeckenden Wasserstoff-Transportnetzes erfordert neben der technischen Infrastruktur auch einen Wissens- und Kompetenzaufbau bei den technischen Mitarbeitenden. Deshalb hat OGE die H2-Trainingsstrecke in Werne gebaut. Hier kann der Umgang mit dem Molekül unter realen Bedingungen geübt und die betrieblichen Abläufe trainiert werden. In einer 3-tägigen Schulung werden sowohl theoretische, insbesondere aber praktische Inhalte vermittelt. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Gas- und Wärme-Institut Essen e. V. (GWI) und dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) angeboten.Transport -
Anwendung, ErzeugungSALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking)
Salzgitter AG
Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff um. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO₂ direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände.
Das IPCEI-Projekt wird mit rund einer Milliarde Euro durch den Bund und das Land Niedersachsen gefördert. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis Mitte der 2030er Jahre soll die CO₂-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.Anwendung, Erzeugung -
TransportH2-Leitung Legden-Marl-Scholven
SYNEQT (Evonik)
Das Pipelinesystem von SYNEQT verbindet den Chemiepark Marl und die Raffinerie Scholven in Nordrhein-Westfalen mit dem Wasserstoffkernnetz. Die Gesamtstrecke umfasst mehr als 50 Kilometer betriebsbereite Pipeline, davon wurden 41 Kilometer einer bestehenden Erdgasleitung auf Wasserstoff umgestellt und 13 Kilometer neu gebaut. Ergänzend wurden neue Abschnitte errichtet, darunter eine drei Kilometer lange Pipeline durch den Chemiepark Marl sowie eine zehn Kilometer lange Verbindung nach Gelsenkirchen-Scholven zur Raffinerie. Das System ermöglicht den Transport von maximal 50.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr und bringt klimaneutralen Wasserstoff direkt zu industriellen Abnehmern. Das Projekt ist Bestandteil der Initiative GET H2 Nukleus und wurde von SYNEQT gemeinsam mit Partnern aus der Wasserstoff-Wertschöpfungskette realisiert. Ziel ist die Verbindung der klimaneutralen Erzeugung von grünem Wasserstoff in Norddeutschland mit industriellen Abnehmern in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. SYNEQT schloss die Arbeiten an der Pipeline-Gesamtstrecke von Legden über Marl bis Gelsenkirchen-Scholven in knapp zwei Jahren intensiver Projektarbeit ab. Dabei wurden sechs Stationen im Rahmen der Umstellung einbezogen. Die Pipeline stärkt die Rolle des Chemieparks Marl als Wasserstoff-Knotenpunkt.Transport -
TransportFlow-making hydrogen happen Stufe 1
GASCADE
Im Dezember 2025 wurden 400 Kilometer Wasserstoff-Pipeline in Betrieb genommen. Dafür wurden bestehende Leitungen mit Wasserstoff befüllt. Die Strecke verläuft von Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern bis Bobbau in Sachsen-Anhalt.Transport -
TransportUmstellung Leitungen 40b, 43 und 60
Nowega
Die Leitungen 40b, 43 und 60 verbinden den Raum Lingen im Landkreis Emsland mit Bad Bentheim im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen und bilden einen wichtigen Abschnitt des entstehenden Wasserstoffnetzes GET H2 NETZ. Die drei Leitungsabschnitte umfassen insgesamt rund 51 Kilometer: Leitung 40b erstreckt sich über 22 Kilometer von der Station Messingen südöstlich von Lingen über den Netzknotenpunkt Schepsdorf bis zur Station Frenswegen nordwestlich von Nordhorn, Leitung 43 verläuft über 11 Kilometer von der Station Schepsdorf bis zur Station Holthausen II mit Anbindung zur bp Lingen, und Leitung 60 führt über 18 Kilometer von der Station Frenswegen bis zur Station Bentheim. Die Leitungen operieren mit einem Betriebsdruck von 70 bar. Die umgestellten Erdgasleitungen dienen dem Transport von grünem Wasserstoff aus Lingen, wo Wasserstoff aus Windstrom erzeugt werden soll, zu industriellen Abnehmern im nördlichen Ruhrgebiet. Das Projekt wurde von der Nowega GmbH umgesetzt und ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus, das im Verbund mit den Partnern OGE, RWE und Evonik realisiert wird. Das Projekt wird im Rahmen des IPCEI-Programms gefördert. Die Leitungen 40b und 60 sind seit der erfolgreichen Umstellung betriebsbereit und transportieren Wasserstoff.Transport
300 MW Elektrolyse (GET H2 Nukleus)
Das Projekt GET H2 Nukleus umfasst die Errichtung einer Elektrolyseanlage am Standort des Gaskraftwerks Emsland in Lingen (Ems), Landkreis Emsland, Niedersachsen. Die Anlage wird in drei Ausbaustufen mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt (MW) errichtet. Das Projektziel ist die großskalige, kommerzielle Erzeugung von grünem Wasserstoff, der an industrielle Abnehmer geliefert wird.
Das Vorhaben wird im Rahmen des IPCEI-Programms Hy2Infra (Important Project of Common European Interest) gefördert. Die Förderung erfolgt durch den Bund und das Land Niedersachsen. Inbetriebnahme der ersten 200 MW ist für 2026 geplant, die Erweiterung auf 300 MW für 2027. Die Anlage erzeugt bei Volllast 5,6 Tonnen grünen Wasserstoff pro Stunde.
Wasserstoff-Trainingsstrecke Werne
Der Aufbau eines flächendeckenden Wasserstoff-Transportnetzes erfordert neben der technischen Infrastruktur auch einen Wissens- und Kompetenzaufbau bei den technischen Mitarbeitenden. Deshalb hat OGE die H2-Trainingsstrecke in Werne gebaut. Hier kann der Umgang mit dem Molekül unter realen Bedingungen geübt und die betrieblichen Abläufe trainiert werden. In einer 3-tägigen Schulung werden sowohl theoretische, insbesondere aber praktische Inhalte vermittelt. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Gas- und Wärme-Institut Essen e. V. (GWI) und dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) angeboten.
SALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking)
Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff um. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO₂ direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände.
Das IPCEI-Projekt wird mit rund einer Milliarde Euro durch den Bund und das Land Niedersachsen gefördert. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis Mitte der 2030er Jahre soll die CO₂-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.
H2-Leitung Legden-Marl-Scholven
Das Pipelinesystem von SYNEQT verbindet den Chemiepark Marl und die Raffinerie Scholven in Nordrhein-Westfalen mit dem Wasserstoffkernnetz. Die Gesamtstrecke umfasst mehr als 50 Kilometer betriebsbereite Pipeline, davon wurden 41 Kilometer einer bestehenden Erdgasleitung auf Wasserstoff umgestellt und 13 Kilometer neu gebaut. Ergänzend wurden neue Abschnitte errichtet, darunter eine drei Kilometer lange Pipeline durch den Chemiepark Marl sowie eine zehn Kilometer lange Verbindung nach Gelsenkirchen-Scholven zur Raffinerie. Das System ermöglicht den Transport von maximal 50.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr und bringt klimaneutralen Wasserstoff direkt zu industriellen Abnehmern. Das Projekt ist Bestandteil der Initiative GET H2 Nukleus und wurde von SYNEQT gemeinsam mit Partnern aus der Wasserstoff-Wertschöpfungskette realisiert. Ziel ist die Verbindung der klimaneutralen Erzeugung von grünem Wasserstoff in Norddeutschland mit industriellen Abnehmern in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. SYNEQT schloss die Arbeiten an der Pipeline-Gesamtstrecke von Legden über Marl bis Gelsenkirchen-Scholven in knapp zwei Jahren intensiver Projektarbeit ab. Dabei wurden sechs Stationen im Rahmen der Umstellung einbezogen. Die Pipeline stärkt die Rolle des Chemieparks Marl als Wasserstoff-Knotenpunkt.
Flow-making hydrogen happen Stufe 1
Im Dezember 2025 wurden 400 Kilometer Wasserstoff-Pipeline in Betrieb genommen. Dafür wurden bestehende Leitungen mit Wasserstoff befüllt. Die Strecke verläuft von Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern bis Bobbau in Sachsen-Anhalt.
Umstellung Leitungen 40b, 43 und 60
Die Leitungen 40b, 43 und 60 verbinden den Raum Lingen im Landkreis Emsland mit Bad Bentheim im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen und bilden einen wichtigen Abschnitt des entstehenden Wasserstoffnetzes GET H2 NETZ. Die drei Leitungsabschnitte umfassen insgesamt rund 51 Kilometer: Leitung 40b erstreckt sich über 22 Kilometer von der Station Messingen südöstlich von Lingen über den Netzknotenpunkt Schepsdorf bis zur Station Frenswegen nordwestlich von Nordhorn, Leitung 43 verläuft über 11 Kilometer von der Station Schepsdorf bis zur Station Holthausen II mit Anbindung zur bp Lingen, und Leitung 60 führt über 18 Kilometer von der Station Frenswegen bis zur Station Bentheim. Die Leitungen operieren mit einem Betriebsdruck von 70 bar. Die umgestellten Erdgasleitungen dienen dem Transport von grünem Wasserstoff aus Lingen, wo Wasserstoff aus Windstrom erzeugt werden soll, zu industriellen Abnehmern im nördlichen Ruhrgebiet. Das Projekt wurde von der Nowega GmbH umgesetzt und ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus, das im Verbund mit den Partnern OGE, RWE und Evonik realisiert wird. Das Projekt wird im Rahmen des IPCEI-Programms gefördert. Die Leitungen 40b und 60 sind seit der erfolgreichen Umstellung betriebsbereit und transportieren Wasserstoff.