Transport
& Speicherung
Wie gelangt Wasserstoff sicher vom Erzeuger zum Verbraucher und wie wird er gespeichert? Hier gibt es die wichtigsten Antworten zu Transport und Speicherung von Wasserstoff in Deutschland.
Fragen und Antworten
Der Transport über lange Strecken erfolgt in der Regel über in der Erde verlegte Leitungen, sogenannte Pipelines. Hierfür werden hauptsächlich bestehende Leitungen verwendet, die heute Teil des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind. Diese Pipelines können für den Transport von Wasserstoff umgestellt werden.
Im Projekt GET H2 Nukleus zum Beispiel werden größtenteils bereits vorhandene Rohrleitungen genutzt. Auf der insgesamt rund 130 Kilometer langen Strecke werden 115 Kilometer bestehende Pipelines, die aktuell Erdgas transportieren, auf den Transport von Wasserstoff umgestellt. 15 Kilometer Pipeline werden als Teilneubau von Evonik zwischen Marl und Gelsenkirchen-Scholven umgesetzt.
Das Wasserstoff-Kernnetz, dass bis 2032 schrittweise in Deutschland aufgebaut wird, wird rund 9.000 Kilometer Leitungen umfassen. Etwa 60% davon sind bestehende Leitungen, der andere Teil wird neu gebaut.
Wasserstoff kann unter anderem gasförmig unter Druck, in flüssiger Form sowie gebunden an die Wasserstoffderivate Ammoniak, Methanol oder an Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC) wie Benzyltoluol gespeichert und transportiert werden. Je nach verwendeter Technologie ergeben sich dabei unterschiedliche Anforderungen an die Infrastruktur zu Speicherung und Transport. Jede der Technologien hat ihre Vor- und Nachteile – es gibt nicht die eine Lösung, die für alle Anwendungen optimal passt.
Eine Übersicht über die technischen Besonderheiten unterschiedlicher Transportmedien gibt es im GET H2 Factsheet H2-Import.
Die Sektoren Industrie und Mobilität sind in der Regel auf eine Versorgung mit reinem, also unvermischtem Wasserstoff, angewiesen. Wird der grüne Wasserstoff ausschließlich zum Erdgas beigemischt, können die Projektpartner die Potenziale zur Reduzierung der CO₂-Emissionen in diesen Bereichen nicht heben. Auch wenn es ein Netz gibt, in dem 100%-iger Wasserstoff transportiert wird, bleibt die Beimischung von Wasserstoff zum Erdgas trotzdem eine theoretische Option, um den Verbrauch fossiler Energie zu reduzieren. Allerdings vermuten die meisten Experten, dass die Kosten für klimaneutralen Wasserstoff so hoch sein werden, dass sich eine Beimischung zum Erdgas nicht lohnt.
So wie es nur ein Stromnetz für konventionell erzeugten und Strom aus erneuerbaren Quellen gibt, kann es auch nur ein Wasserstoffnetz geben, in dem dieser unabhängig von der Herkunft des Wasserstoffs transportiert wird. Das langfristige Ziel ist es, in dieses Netz nur grünen Wasserstoff einzuspeisen.
Ja. Es werden nur die Teile des sogenannten Erdgas-Fernleitungsnetzes umgestellt, die von der Bundesnetzagentur freigegeben wurden, weil sie nicht notwendig sind, um die Versorgungssicherheit mit Erdgas aufrecht zu erhalten. Selbiges gilt für die Kavernenspeicher, die für Wasserstoff umgerüstet werden.
Informationen zur Netzentwicklungsplanung, in der die Entwicklung der Erdgas- und Wasserstoffnetze aufeinander abgestimmt geplant werden, gibt es auf der Website der Koordinierungsstelle des FNB Gas.
Die Pipelines des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind aus Stahl. Die eingesetzten Stähle sind zum Transport von Wasserstoff grundsätzlich geeignet. In Deutschland gibt es bereits einige regional begrenzte Wasserstoffnetze, die von Industrieunternehmen seit Jahrzehnten betrieben werden. Deren Pipelines sind ebenfalls aus Stahl und mit denen des Fernleitungsnetzes vergleichbar. Die Eignung der Leitungen, die im Rahmen des Projektes GET H2 Nukleus für den Transport von Wasserstoff umgestellt werden, wurde bereits in umfassenden Prüfungen festgestellt.
Im Vorfeld der Umstellung findet eine technische Prüfung durch unabhängige Sachverständige statt. Je nachdem, wie die Gutachten ausfallen, werden erforderliche technische Anpassungen umgesetzt. Parallel wird ein behördliches Genehmigungsverfahren durchgeführt. Erst wenn auf allen Ebenen die Eignung für einen sicheren Transport festgestellt wurde, erfolgt die Umstellung auf Wasserstoff.
Wasserstoff tritt in seiner natürlichen Form nicht als einzelnes Atom, sondern immer als Molekül auf. Molekularer Wasserstoff (H₂) ist in der Regel zu groß, um durch den Stahl zu diffundieren. In den Leitungen wird der Wasserstoff immer in molekularer, nicht in atomarer Form vorliegen.
In den Leitungen wird Wasserstoff in seiner molekularen Form (H₂) transportiert, nicht in seiner wesentlich kleineren atomaren Form. Für die Leitungen wird Stahl verwendet, der durch molekularen Wasserstoff nicht angegriffen wird – anders als z.B. sehr hochlegierter Stahl oder Titan, die in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Schweißnähte sind nicht anfälliger als andere Oberflächen in der Leitung. Voraussetzung für einen versprödenden Effekt ist auch hier ein Vorliegen von atomarem Wasserstoff in Kombination mit Fehlstellen an der Innenwand der Leitung. Atomarer Wasserstoff kann über eine Fehlstelle in das Metallgitter eindringen und sich dort wieder zu H₂ verbinden. Dauerhaft kann das zu einer Reduzierung der Bindungsenergie des Metallgitters der Leitung führen. Um das zu verhindern, werden Fehlstellen an Leitungen beseitigt. Damit die Wasserstoffnetze in jedem Fall sicher betrieben werden können, berechnen die Netzbetreiber die Lebensdauer sehr konservativ. Realistische Zeiträume für den Betrieb liegen trotzdem in der Regel bei mehreren Jahrzehnten. Ein sicherer und wirtschaftlicher Betrieb eines Wasserstoffnetzes ist also gewährleistet.
Nur atomarer Wasserstoff, der in den Stahlwerkstoff diffundiert ist, kann zu einer lokalen Herabsetzung der Elastizität führen. Eine Verringerung der Festigkeit wurde für die verbauten Pipelinewerkstoffe bisher nicht beobachtet.
Das Fernleitungsnetz wurde seit den 1940er Jahren in Deutschland nach und nach aufgebaut. Die Leitungen zwischen Lingen und Gelsenkirchen, die im Rahmen des Projektes GET H2 Nukleus umgestellt werden sollen, wurden größtenteils zwischen 1944 und 2013 errichtet.
Das Alter von Pipelines sagt nichts über ihren Zustand aus. Das Leitungsnetz wird gemäß Regelwerk des DVGW (Deutscher Verband des Gas- und Wasserfachs) regelmäßig auf seinen Zustand hin überprüft. Werden schadhafte Abschnitte entdeckt, werden sie ausgetauscht.
Nein. Der Transport von Wasserstoff über Leitungen ist eine erprobte Technologie. In Deutschland und vielen anderen Ländern bestehen bereits seit Jahrzehnten privatwirtschaftliche Wasserstoffnetze, die sicher betrieben werden, z.B. von Air Liquide im Rheinland und Ruhrgebiet, von BASF in Ludwigshafen oder von Linde in Leuna. Der Betrieb und die Überwachung des Leitungssystems erfolgen fachlich versiert und sorgfältig. Somit wird kontinuierlich Sorge getragen, alle möglichen Gefahren zu minimieren.
Leckagen können durch beschädigte Leitungen oder schadhafte Armaturen entstehen. Die Anlagen und Leitungen der Gasnetze unterliegen strengen Sicherheitsauflagen in der Planung, im Bau und im Betrieb.
Überwachungsmaßnahmen:
- Regelmäßige Kontrolle durch Wasserstoffdetektion per Hubschrauber
- Zentrale Leitstelle überwacht und steuert den Gasfluss 24/7 an 365 Tagen im Jahr
- Sofortige Erkennung von Druckabfällen durch Leckagen
- Umgehende Abriegelung und Druckfreimachung betroffener Leitungsabschnitte
- Austausch beschädigter Leitungsteile
Wird eine Leitung beschädigt, z.B. durch eine Baustelle, wird sofort ein Team einberufen, das im Umgang mit kritischen Situationen geschult ist. In Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden leitet dieses Team die notwendigen Maßnahmen ein, um die Sicherheit auf allen Ebenen zu gewährleisten.
Die Mengen an Wasserstoff, die durch schadhafte Armaturen oder im Rahmen des normalen Verschleißes schadhafte Leitungen an die Luft entweichen können, sind sehr gering. Wasserstoff ist leichter als Luft und entweicht sofort nach oben. Er verteilt sich außerdem viermal schneller in der Luft als Erdgas. Wasserstoff explodiert oder brennt zudem nicht bei Kontakt mit der Luft. Dazu bräuchte es eine offene Flamme, wie es auch bei der Knallgasprobe, die viele aus der Schule kennen, der Fall ist.
Nur wenn eine sehr große Menge Wasserstoff auf einmal austritt, kann eine Gefahr gegeben sein. Das kann nur der Fall sein, wenn eine unter hohem Druck (z.B. 60 bar oder mehr) stehende Leitung massiv beschädigt wird, z.B. durch eine Baustelle. Die Gefahr einer Entzündung des Wasserstoffs besteht in der Regel nur, wenn sich gleichzeitig eine offene Flamme oder Funkenflug an der Austrittsstelle befinden. Ist dies der Fall, kann es – wie bei anderen entzündlichen Stoffen – zu einer Explosion kommen. Wie beim Transport von Erdgas wird kontinuierlich der Druck im System gemessen. Bei einem massiven Austritt von Gas fällt der Druck ab, was sofort bemerkt wird.
Wasserstoff kann sich bei Kontakt mit Sauerstoff entzünden, wenn gleichzeitig ein Zündfunke vorhanden ist. Die Gefahr einer Explosion hängt von der Wasserstoffkonzentration im Luftgemisch ab. Wenn ein Luftgemisch eine Wasserstoffkonzentration zwischen 4-77 mol % hat, ist eine Explosionsgefahr gegeben. Da im Leitungsnetz der Transport von 100%-igem Wasserstoff stattfindet, kann eine Explosion im Leitungsnetz ausgeschlossen werden. Da der Wasserstoff in der Rohrleitung zudem unter deutlich höherem Druck steht als die Umgebungsluft, kann kein Sauerstoff in die Rohrleitung eintreten und die Wasserstoffkonzentration verändern.
In dem Projekt GET H2 Nukleus sollen große Industriestandorte mit Wasserstoff versorgt werden. Das erfolgt über das bestehende Fernleitungsnetz und ergänzende Teilstücke, die neu errichtet werden, die nicht durch Wohngebiete führen. Gemäß gültigem Regelwerk des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs) liegen die Leitungen des Fernleitungsnetzes für Erdgas mindestens einen Meter unter der Erdoberfläche. Das wird auch bei Wasserstoffleitungen der Fall sein.
Bei den bestehenden Pipelines, die umgestellt werden, sind Umbauten an Armaturen und Verdichtern in den vorhandenen Anlagen notwendig. Diese erfolgen jeweils lokal an den einzelnen Standorten. Für das Projekt GET H2 Nukleus zum Beispiel betrifft das zwölf Stellen auf der 115 Kilometer langen Strecke.
Bei Neubauvorhaben gibt es zwei Möglichkeiten, die sich nicht von dem Bau von Leitungen für Erdgas unterscheiden:
- Offene Verlegung: Mithilfe von Baggern in einen vorher ausgehobenen Leitungsgraben
- Tunnelbohrung: Bei Unterquerung von Flüssen und Kanälen, Straßen und Bahngleisen oder Landschafts- und Naturschutzgebieten
In dem Projekt werden größtenteils vorhandene Leitungen genutzt. Die Baumaßnahmen konzentrieren sich maßgeblich auf Arbeiten auf dem RWE-Kraftwerksgelände in Lingen sowie auf den Teilneubau einer Pipeline durch Evonik, die vom Chemiepark Marl nach Gelsenkirchen-Scholven führen soll (ca. 15 Leitungskilometer). Dieser Teilabschnitt soll gemeinsam mit einem bereits geplanten Austausch von vorhandenen Leitungen umgesetzt werden, so dass keine zusätzlichen Belastungen entstehen. Der Aufwand und die Belastungen sind also um ein Vielfaches geringer als bei einem vollständigen Neubau von Gasleitungen.
Der Anspruch bei einem Neubau einer Leitung ist es immer, dass Mensch und Umwelt in möglichst geringem Maße beeinträchtigt werden. Das wird bei der Trassenführung stets berücksichtigt, die im Übrigen in einem aufwändigen Verfahren mit den zuständigen Behörden und teilweise auch unter Einbindung der Öffentlichkeit festgelegt wird. Dabei kann es sich ergeben, dass Grünschnitt und Rodungen stattfinden müssen. Bei jeder Baumaßnahme wird im Einzelnen festgelegt, wie Eingriffe möglichst gering gehalten werden können und wie ein Ausgleich durch z.B. Ersatzpflanzungen erfolgen kann. Nach Verlegung ist das Freihalten der Trassen ein Sicherheitsaspekt. Leitungen müssen im Falle eines Schadens schnell zugängig sein, ebenso können Wurzeln zu Schäden an der Leitung führen.
Nein. Die Projektpartner verfolgen das Ziel, vorhandene Erdgasleitungen umzustellen, so dass sie für den Transport von 100% Wasserstoff genutzt werden können.
Vorteile gegenüber Stromleitungsausbau:
- Deutlich kostengünstiger als Neubau
- Signifikant schneller umsetzbar
- Viel umweltschonender
- Vielfach geringere Belastungen für Bevölkerung und Umwelt
- Schnelle Umsetzung möglich
Vor der Umstellung müssen die entsprechenden Leitungen auf Wasserstofftauglichkeit geprüft werden. Die jeweilige Aufsichtsbehörde muss der Umstellung und somit dem Betrieb mit Wasserstoff zustimmen.
Die für den Transport von Erdgas erteilten Wegerechte gelten auch für den Transport von Wasserstoff. Das wurde in dem im Juni 2021 im novellierten Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verabschiedet.
Laut §113a EnWG gelten die bestehenden Wegenutzungsrechte für Erdgasleitungen gleichermaßen auch für Wasserstoffleitungen. Da sich bei der Umstellung einer bestehenden Erdgasleitung auf den Transport von Wasserstoff die Tiefe der verlegten Leitung und die Größe des Schutzstreifens, in dem Baumaßnahmen nicht möglich sind, nicht ändern, gehen wir davon aus, dass sich auch der Wert des Grundstücks nicht ändert. Beim Neubau einer Leitung können keine pauschalen Aussagen zu Grundstückswerten getroffen werden. Dies sind Einzelfälle, die bei dem Neubau einer Leitung mit den Grundstückseigentümern verhandelt werden.
Hierfür werden hauptsächlich sogenannte Kavernenspeicher verwendet. Das sind in der Regel unterirdische Salzkavernen, die bereits seit Jahrzehnten für die Speicherung von Erdgas sicher eingesetzt werden und für die Speicherung von Wasserstoff umgerüstet werden. Zusätzlich können neue Salzkavernen für die Speicherung von Wasserstoff bereit gemacht werden. Die überwiegende Zahl der bestehenden Erdgasspeicher und der geplanten Wasserstoffspeicher befindet sich im Nordwesten Deutschlands. Knapp 90% aller potenziellen Kavernenspeicher Europas liegen in Ostfriesland, im Oldenburger Land und im Münsterland. Ein erster Wasserstoffspeicher, der 2026 an das Projekt GET H2 Nukleus angeschlossen werden soll, liegt in Gronau-Epe. Im kleineren Maßstab können auch Röhrenspeicher oder Gastanks eingesetzt werden. Verwendet werden generell nur erprobte und sichere Technologien.
Kavernenspeicher sind in Salzstöcken hergestellte Hohlräume. Das umlagernde Salz stellt eine undurchlässige Begrenzung dar. Die Dichtheit des Salzes gegenüber Wasserstoff wurde im Vorfeld untersucht und bestätigt, sodass der Wasserstoff aus der Kaverne nicht in andere Bodenschichten oder in das Grundwasser entweichen kann.
Das Wasserstoffnetz entsteht Schritt für Schritt. Es ist eine wichtige Grundlage für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Dazu muss es aufgebaut werden, bevor diese Wasserstoffwirtschaft komplett da ist. Das bedeutet, dass es nicht von Beginn an komplett ausgelastet sein wird.
Damit weder die ersten Unternehmen, die Wasserstoff transportieren wollen, noch die Verbraucher auf den Kosten sitzen bleiben, hat die Bundesregierung ein sogenanntes Amortisationskonto eingerichtet. Aus diesem Konto werden die Kosten für den Aufbau des Netzes bezahlt. Die Einnahmen für die Nutzung des Netzes werden auf das Konto eingezahlt. Bis 2055 soll das Konto dann ausgeglichen sein. Das Wasserstoffnetz soll dann ausgelastet sein und sich selbst tragen.
Projekte
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Erzeugung300 MW Elektrolyse (GET H2 Nukleus)
RWE
Das Projekt GET H2 Nukleus umfasst die Errichtung einer Elektrolyseanlage am Standort des Gaskraftwerks Emsland in Lingen (Ems), Landkreis Emsland, Niedersachsen. Die Anlage wird in drei Ausbaustufen mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt (MW) errichtet. Das Projektziel ist die großskalige, kommerzielle Erzeugung von grünem Wasserstoff, der an industrielle Abnehmer geliefert wird.
Das Vorhaben wird im Rahmen des IPCEI-Programms Hy2Infra (Important Project of Common European Interest) gefördert. Die Förderung erfolgt durch den Bund und das Land Niedersachsen. Inbetriebnahme der ersten 200 MW ist für 2026 geplant, die Erweiterung auf 300 MW für 2027. Die Anlage erzeugt bei Volllast 5,6 Tonnen grünen Wasserstoff pro Stunde.Erzeugung -
TransportWasserstoff-Trainingsstrecke Werne
OGE
Der Aufbau eines flächendeckenden Wasserstoff-Transportnetzes erfordert neben der technischen Infrastruktur auch einen Wissens- und Kompetenzaufbau bei den technischen Mitarbeitenden. Deshalb hat OGE die H2-Trainingsstrecke in Werne gebaut. Hier kann der Umgang mit dem Molekül unter realen Bedingungen geübt und die betrieblichen Abläufe trainiert werden. In einer 3-tägigen Schulung werden sowohl theoretische, insbesondere aber praktische Inhalte vermittelt. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Gas- und Wärme-Institut Essen e. V. (GWI) und dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) angeboten.Transport -
Anwendung, ErzeugungSALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking)
Salzgitter AG
Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff um. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO₂ direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände.
Das IPCEI-Projekt wird mit rund einer Milliarde Euro durch den Bund und das Land Niedersachsen gefördert. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis Mitte der 2030er Jahre soll die CO₂-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.Anwendung, Erzeugung -
TransportH2-Leitung Legden-Marl-Scholven
SYNEQT (Evonik)
Das Pipelinesystem von SYNEQT verbindet den Chemiepark Marl und die Raffinerie Scholven in Nordrhein-Westfalen mit dem Wasserstoffkernnetz. Die Gesamtstrecke umfasst mehr als 50 Kilometer betriebsbereite Pipeline, davon wurden 41 Kilometer einer bestehenden Erdgasleitung auf Wasserstoff umgestellt und 13 Kilometer neu gebaut. Ergänzend wurden neue Abschnitte errichtet, darunter eine drei Kilometer lange Pipeline durch den Chemiepark Marl sowie eine zehn Kilometer lange Verbindung nach Gelsenkirchen-Scholven zur Raffinerie. Das System ermöglicht den Transport von maximal 50.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr und bringt klimaneutralen Wasserstoff direkt zu industriellen Abnehmern. Das Projekt ist Bestandteil der Initiative GET H2 Nukleus und wurde von SYNEQT gemeinsam mit Partnern aus der Wasserstoff-Wertschöpfungskette realisiert. Ziel ist die Verbindung der klimaneutralen Erzeugung von grünem Wasserstoff in Norddeutschland mit industriellen Abnehmern in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. SYNEQT schloss die Arbeiten an der Pipeline-Gesamtstrecke von Legden über Marl bis Gelsenkirchen-Scholven in knapp zwei Jahren intensiver Projektarbeit ab. Dabei wurden sechs Stationen im Rahmen der Umstellung einbezogen. Die Pipeline stärkt die Rolle des Chemieparks Marl als Wasserstoff-Knotenpunkt.Transport -
TransportFlow-making hydrogen happen Stufe 1
GASCADE
Im Dezember 2025 wurden 400 Kilometer Wasserstoff-Pipeline in Betrieb genommen. Dafür wurden bestehende Leitungen mit Wasserstoff befüllt. Die Strecke verläuft von Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern bis Bobbau in Sachsen-Anhalt.Transport -
TransportUmstellung Leitungen 40b, 43 und 60
Nowega
Die Leitungen 40b, 43 und 60 verbinden den Raum Lingen im Landkreis Emsland mit Bad Bentheim im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen und bilden einen wichtigen Abschnitt des entstehenden Wasserstoffnetzes GET H2 NETZ. Die drei Leitungsabschnitte umfassen insgesamt rund 51 Kilometer: Leitung 40b erstreckt sich über 22 Kilometer von der Station Messingen südöstlich von Lingen über den Netzknotenpunkt Schepsdorf bis zur Station Frenswegen nordwestlich von Nordhorn, Leitung 43 verläuft über 11 Kilometer von der Station Schepsdorf bis zur Station Holthausen II mit Anbindung zur bp Lingen, und Leitung 60 führt über 18 Kilometer von der Station Frenswegen bis zur Station Bentheim. Die Leitungen operieren mit einem Betriebsdruck von 70 bar. Die umgestellten Erdgasleitungen dienen dem Transport von grünem Wasserstoff aus Lingen, wo Wasserstoff aus Windstrom erzeugt werden soll, zu industriellen Abnehmern im nördlichen Ruhrgebiet. Das Projekt wurde von der Nowega GmbH umgesetzt und ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus, das im Verbund mit den Partnern OGE, RWE und Evonik realisiert wird. Das Projekt wird im Rahmen des IPCEI-Programms gefördert. Die Leitungen 40b und 60 sind seit der erfolgreichen Umstellung betriebsbereit und transportieren Wasserstoff.Transport
300 MW Elektrolyse (GET H2 Nukleus)
Das Projekt GET H2 Nukleus umfasst die Errichtung einer Elektrolyseanlage am Standort des Gaskraftwerks Emsland in Lingen (Ems), Landkreis Emsland, Niedersachsen. Die Anlage wird in drei Ausbaustufen mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt (MW) errichtet. Das Projektziel ist die großskalige, kommerzielle Erzeugung von grünem Wasserstoff, der an industrielle Abnehmer geliefert wird.
Das Vorhaben wird im Rahmen des IPCEI-Programms Hy2Infra (Important Project of Common European Interest) gefördert. Die Förderung erfolgt durch den Bund und das Land Niedersachsen. Inbetriebnahme der ersten 200 MW ist für 2026 geplant, die Erweiterung auf 300 MW für 2027. Die Anlage erzeugt bei Volllast 5,6 Tonnen grünen Wasserstoff pro Stunde.
Wasserstoff-Trainingsstrecke Werne
Der Aufbau eines flächendeckenden Wasserstoff-Transportnetzes erfordert neben der technischen Infrastruktur auch einen Wissens- und Kompetenzaufbau bei den technischen Mitarbeitenden. Deshalb hat OGE die H2-Trainingsstrecke in Werne gebaut. Hier kann der Umgang mit dem Molekül unter realen Bedingungen geübt und die betrieblichen Abläufe trainiert werden. In einer 3-tägigen Schulung werden sowohl theoretische, insbesondere aber praktische Inhalte vermittelt. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Gas- und Wärme-Institut Essen e. V. (GWI) und dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) angeboten.
SALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking)
Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff um. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO₂ direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände.
Das IPCEI-Projekt wird mit rund einer Milliarde Euro durch den Bund und das Land Niedersachsen gefördert. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis Mitte der 2030er Jahre soll die CO₂-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.
H2-Leitung Legden-Marl-Scholven
Das Pipelinesystem von SYNEQT verbindet den Chemiepark Marl und die Raffinerie Scholven in Nordrhein-Westfalen mit dem Wasserstoffkernnetz. Die Gesamtstrecke umfasst mehr als 50 Kilometer betriebsbereite Pipeline, davon wurden 41 Kilometer einer bestehenden Erdgasleitung auf Wasserstoff umgestellt und 13 Kilometer neu gebaut. Ergänzend wurden neue Abschnitte errichtet, darunter eine drei Kilometer lange Pipeline durch den Chemiepark Marl sowie eine zehn Kilometer lange Verbindung nach Gelsenkirchen-Scholven zur Raffinerie. Das System ermöglicht den Transport von maximal 50.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr und bringt klimaneutralen Wasserstoff direkt zu industriellen Abnehmern. Das Projekt ist Bestandteil der Initiative GET H2 Nukleus und wurde von SYNEQT gemeinsam mit Partnern aus der Wasserstoff-Wertschöpfungskette realisiert. Ziel ist die Verbindung der klimaneutralen Erzeugung von grünem Wasserstoff in Norddeutschland mit industriellen Abnehmern in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. SYNEQT schloss die Arbeiten an der Pipeline-Gesamtstrecke von Legden über Marl bis Gelsenkirchen-Scholven in knapp zwei Jahren intensiver Projektarbeit ab. Dabei wurden sechs Stationen im Rahmen der Umstellung einbezogen. Die Pipeline stärkt die Rolle des Chemieparks Marl als Wasserstoff-Knotenpunkt.
Flow-making hydrogen happen Stufe 1
Im Dezember 2025 wurden 400 Kilometer Wasserstoff-Pipeline in Betrieb genommen. Dafür wurden bestehende Leitungen mit Wasserstoff befüllt. Die Strecke verläuft von Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern bis Bobbau in Sachsen-Anhalt.
Umstellung Leitungen 40b, 43 und 60
Die Leitungen 40b, 43 und 60 verbinden den Raum Lingen im Landkreis Emsland mit Bad Bentheim im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen und bilden einen wichtigen Abschnitt des entstehenden Wasserstoffnetzes GET H2 NETZ. Die drei Leitungsabschnitte umfassen insgesamt rund 51 Kilometer: Leitung 40b erstreckt sich über 22 Kilometer von der Station Messingen südöstlich von Lingen über den Netzknotenpunkt Schepsdorf bis zur Station Frenswegen nordwestlich von Nordhorn, Leitung 43 verläuft über 11 Kilometer von der Station Schepsdorf bis zur Station Holthausen II mit Anbindung zur bp Lingen, und Leitung 60 führt über 18 Kilometer von der Station Frenswegen bis zur Station Bentheim. Die Leitungen operieren mit einem Betriebsdruck von 70 bar. Die umgestellten Erdgasleitungen dienen dem Transport von grünem Wasserstoff aus Lingen, wo Wasserstoff aus Windstrom erzeugt werden soll, zu industriellen Abnehmern im nördlichen Ruhrgebiet. Das Projekt wurde von der Nowega GmbH umgesetzt und ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus, das im Verbund mit den Partnern OGE, RWE und Evonik realisiert wird. Das Projekt wird im Rahmen des IPCEI-Programms gefördert. Die Leitungen 40b und 60 sind seit der erfolgreichen Umstellung betriebsbereit und transportieren Wasserstoff.