Wasserstoff-Kernnetz – wie geht es weiter?

9.040 Kilometer Wasserstoffnetz hatten Bundesregierung und Bundesnetzagentur im Herbst 2024 bei den deutschen Fernleitungsnetzbetreibern bestellt. Zu viel, sagen die einen. Nicht alle Regionen abgedeckt, sagen die anderen.


Auftritt Netzentwicklungsplan (NEP) Gas & Wasserstoff 2027. Darin werden viele der H2-Leitungsprojekte noch einmal unter die Lupe genommen. Passt die Planung noch zu den Erwartungen der Erzeuger und Abnehmer von Wasserstoff? Welchen Einfluss hat die aktuelle Energiepolitik auf den NEP? Wie schwierig ist es, ein Netz für einen Markt zu planen, der sich gerade erst entwickelt?

Das haben wir am 12. März 2026 im GET H2 Live-Talk bei LinkedIn diskutiert mit
Barbara Fischer
Geschäftsführerin des FNB Gas e.V.

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Die Zusammenfassung des Talks:
Das Wasserstoff-Kernnetz wird kontinuierlich weiterentwickelt – auch wenn der H2-Markthochlauf stockt. Strecken ja, stoppen nein.
Das hat Barbara Fischer, Geschäftsführerin des FNB Gas e.V. Gas im GET Live-Talk ganz deutlich gesagt. 9.206 km H2-Netz soll es nach dem ersten integrierten Netzentwicklungsplan Gas & Wasserstoff geben. Aber bis 2037 statt 2032. „Wir brauchen das Netz in diesem Umfang später, aber wir brauchen es“, sagte Barbara Fischer. „Die Bundesregierung steht zum Ziel Klimaneutralität 2045. Das funktioniert nicht ohne Wasserstoff.“ Den Aufbau des Wasserstoffmarktes zu stützen, sei nicht Aufgabe der Netzbetreiber, sondern der Politik. „Das Kernnetz ist ein Angebot an den Markt. Damit dieser Markt auch kommt, müssen jetzt die politischen Impulse folgen.“

Die weiteren zentralen Punkte im Überblick:

  • Konsultation läuft: Der NEP arbeitet mit drei Szenarien (klein, mittel, groß) für 2037. Das Szenario für 2045 wird im Sommer nachgeliefert. Noch bis zum 27. März 26 läuft die Marktkonsultation – mit großer Beteiligung und bislang grundlegend positiven Signalen.
  • Anpassungen am Kernnetz und zusätzliche Projekte: Der NEP hat die noch nicht gestarteten Kernnetz-Projekte unter die Lupe genommen und einige Leitungen gestrichen. 291 km zusätzliche Wasserstoffleitungen finden sich stattdessen im NEP. Wichtig: Diese sind nicht Teil des Kernnetzes und damit auch nicht über das Amortisationskonto finanziert. Sie müssen sich also vollständig über Netzentgelte refinanzieren.
  • Abhängigkeit von politischen Weichenstellungen: Der NEP wird an die Bedarfe des Marktes und Änderungen des energiepolitischen Kurses angepasst. Die Kraftwerksstrategie konnte jetzt noch nicht berücksichtigt werden, da sie zu spät kam. Sie wird sich dann im nächsten NEP widerspiegeln.
  • Letzte Meile ist nicht Teil des NEP: Das Transportnetz ist geplant, das Verteilnetz und damit die letzte Meile zu den Anschlussnehmern noch nicht. Hier gibt es zwar viele Initiativen wie H2 vor Ort, aber noch fehlen gesetzliche Grundlagen und Finanzierungskonzepte für die H2-Versorgung in der Fläche. Abhilfe soll die EnWG-Novelle im Sommer bringen.
  • Wechselnde politische Signale: Die Ampel-Regierung hat bei Wasserstoff viel Tempo gemacht – die aktuelle Regierung setzt andere Prioritäten. „Es tut sich zwar etwas, aber das reicht nicht als verlässliches Signal.“ Wichtig sei, die Prioritäten im Blick zu haben. „Ich wünsche mir weniger Aufregung und mehr Pragmatismus. Es geht nicht darum, wer am Ende Recht hat, sondern dass bis 2045 das Wasserstoffnetz steht.“
  • Die ersten 500 Kilometer des Kernnetzes stehen bereits und sind seit Ende 2025 betriebsbereit. Darunter die GET H2 Projekte von Nowega GmbH und OGE sowie Leitungen des GET H2 Partners GASCADE Gastransport GmbH. Weitere werden folgen.
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