Kraftwerke und H2 – Wird das was?
Zwei Jahre hat die Kraftwerksstrategie (jetzt StromVKG) vom ersten Entwurf bis zum endgültigen Go gebraucht. Nach der Einigung mit der EU im Januar sollen im Sommer oder Herbst die ersten Ausschreibungen kommen.
Welchen Einfluss hat die finale Version der Strategie mit ihren insgesamt geplanten 12 GW Gaskraftwerken auf den Wasserstoffhochlauf? Bleiben die H2-ready Kraftwerke ein schöner Traum oder kommen sie schneller als gedacht?
Das haben wir am 19. Februar 2026 im GET H2 Live-Talk bei LinkedIn diskutiert mit:
Matthias Janssen, Executive Director bei Frontier Economics
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Mehr InformationenDie Zusammenfassung des Talks:
Kernnetz-Dimensionierung basiert auf früherem KWS-Stand:
Das Kernnetz wurde auf Basis des ersten Entwurfs der Kraftwerksstrategie (KWS) geplant. Damals mit Ausschreibungen für mehr als 19 GW bis 2036 auf H₂ umzustellende Kraftwerke.
Neueste KWS: deutlich weniger „Push“ für H₂ in Kraftwerken:
Die jüngsten KWS-Planungen sehen nur noch 4 GW Umstellung auf H₂ vor (2 GW bis 2040 und 2 GW bis 2043). Damit entfällt ein wesentlicher Treiber für frühe H₂-Nachfrage aus dem Stromsektor.
Langfristig bleibt H₂ in der Stromerzeugung wichtig:
Spätestens wenn Wärme zunehmend über elektrische Wärmepumpen läuft, brauchen wir gesicherte Leistung, z.B. bei kalter Dunkelflaute. Kohle und Erdgas (ohne CCS) fallen perspektivisch weg. Dann braucht es H₂-Kraftwerke, H₂-Erzeugung und Speicher.
Konsequenz: (noch) spätere Auslastung des Kernnetzes:
Wenn das Kernnetz wie genehmigt kommt, führt die zeitliche Verschiebung c.p. zu einer anfangs geringeren Auslastung. Noch niedriger als ohnehin schon (bei Einführung des Amortisationskontos) erwartet.
Wenn politisch nicht gewünscht: stärkere Instrumente nötig:
Dann bräuchte es wirksamere Anreize, z. B. Quoten und/oder Förderung, um frühere H₂-Nutzung zu stimulieren: im Stromsektor und/oder in Industrie & Verkehr.