Projekt Kategorie Erzeugung

300 MW Elektrolyse (GET H2 Nukleus)

RWE

Das Projekt GET H2 Nukleus umfasst die Errichtung einer Elektrolyseanlage am Standort des Gaskraftwerks Emsland in Lingen (Ems), Landkreis Emsland, Niedersachsen. Die Anlage wird in drei Ausbaustufen mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt (MW) errichtet. Das Projektziel ist die großskalige, kommerzielle Erzeugung von grünem Wasserstoff, der an industrielle Abnehmer geliefert wird.
Das Vorhaben wird im Rahmen des IPCEI-Programms Hy2Infra (Important Project of Common European Interest) gefördert. Die Förderung erfolgt durch den Bund und das Land Niedersachsen. Inbetriebnahme der ersten 200 MW ist für 2026 geplant, die Erweiterung auf 300 MW für 2027. Die Anlage erzeugt bei Volllast 5,6 Tonnen grünen Wasserstoff pro Stunde.

SALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking)

SALCOS 2025

Salzgitter AG

Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff um. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO₂ direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände.

Das IPCEI-Projekt wird mit rund einer Milliarde Euro durch den Bund und das Land Niedersachsen gefördert.
Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis Mitte der 2030er Jahre soll die CO₂-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.

Lingen Green Hydrogen

BP Europa SE

Das Projekt „Lingen Green Hydrogen” umfasst den Bau einer 100-MW-Elektrolyseanlage am Standort Lingen (Ems) in Niedersachsen. Die Anlage wird in unmittelbarer Nähe zur benachbarten bp-Raffinerie errichtet und direkt an das Wasserstoffkernnetz GET H2, das Niedersachsen mit Nordrhein-Westfalen verbindet, angeschlossen. Der produzierte Wasserstoff kann sowohl Industriekunden über das Kernnetz zur Verfügung gestellt als auch in der Raffinerie zur Produktion nachhaltigerer Kraftstoffe eingesetzt werden. Damit könnte der dort bislang genutzte graue Wasserstoff teilweise ersetzt werden. Das Vorhaben wird im Rahmen des IPCEI-Programms Hy2Infra durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Land Niedersachsen gefördert. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. Die Elektrolyseanlage soll mit Offshore-Windstrom betrieben werden und jährlich bis zu 11.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren.

Versuchsanlage Ammoniakspaltung Scholven

Uniper

Mit der Anlage zur Ammoniakspaltung an Unipers Kraftwerksstandort Scholven entsteht eine der weltweit ersten Demonstrationsanlagen im industriellen Maßstab, die täglich bis zu 28 Tonnen Ammoniak in etwa 4 Tonnen Wasserstoff umwandeln kann. Das Projekt ist eine Kooperation von Uniper und thyssenkrupp Uhde und dient als Proof-of-Concept für die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Ammoniak Crackings und stellt damit eine Grundlage für den Import von Wasserstoff dar. Ammoniak wird dabei als Transport- und Speichermedium eingesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Planung einer kommerziellen Anlage in Wilhelmshaven ein, wo ein Wasserstoff-Import-Terminal entstehen soll. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant.

H2 Pilotanlage Lingen

RWE

Im Sommer 2024 hat RWE auf dem Gelände des Gaskraftwerks Emsland eine 14-Megawatt-Elektrolyse in Betrieb genommen. Die Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff mithilfe von grünem Strom verfügt über eine Kapazität von 14 Megawatt. Unter Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energiequellen kann sie
stündlich bis zu 270 Kilogramm grünen Wasserstoff erzeugen.

H2-Cluster-Heek

Wasserstoffentwicklungs GmbH

Das Pilotvorhaben H2-Cluster-Heek in der Gemeinde Heek im Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen, entwickelt eine vollständige Wasserstoff Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur Anwendung und zum Import von Wasserstoff. Die geografische Lage der Gemeinde ermöglicht den direkten Anschluss an die GET H2 Wasserstoffleitung sowie die Anbindung an die Kavernenspeicher im benachbarten Epe. Das Projekt koordiniert und synchronisiert die Arbeitsprozesse regionaler Akteure entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Das Vorhaben wird von der Wasserstoff Entwicklungs GmbH & Co. KG koordiniert. Das Projekt verfolgt die Ziele Energieautonomie, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit und soll als übertragbares Modell für weitere Regionen dienen.

Das H2-Cluster-Heek nutzt die strategische Lage zwischen der überregionalen Wasserstoff-Transportinfrastruktur und den Speicherkapazitäten, um eine regionale Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen. Das Pilotvorhaben soll die praktische Umsetzung der Energiewende durch die Integration aller Stufen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette demonstrieren.

Quartiersversorgung der Zukunft

Modernes Wohnquartier mit Photovoltaik-Anlagen auf allen Dächern und begrüntem Innenhof in der Neuen Weststadt Esslingen am Neckar

2G Energy AG

Das Projekt „Neue Weststadt Esslingen“ in Esslingen am Neckar zeigt eine praxisnahe, klimaneutrale Quartiersversorgung. Ein von 2G Energy gefertigtes Blockheizkraftwerk (agenitor 406 H₂) mit 150 kW elektrischer und 172 kW thermischer Leistung nutzt 100 % Wasserstoff, der in einem unterirdischen Elektrolyseur aus lokalem Solarstrom erzeugt wird. Ergänzt durch einen 1.200 kW-Spitzenlastkessel und eine Absorptionskältemaschine versorgt das System über 500 Wohnungen, Gewerbeflächen und Hochschulgebäude im neuen Stadtteil mit Strom, Wärme und Kälte.

Gefördert im Programm „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ von BMWi und BMBF, soll das Projekt zeigen, wie lokale Sektorkopplung und grüner Wasserstoff städtische Energieversorgung vollständig klimaneutral machen können.

Die Inbetriebnahme des BHKW erfolgte 2021. Überschüssiger Wasserstoff kann ins Gasnetz eingespeist oder künftig für Mobilität genutzt werden – ein übertragbares Modell für urbane Energieprojekte in Süddeutschland.

Energiepark Bad Lauchstädt

Uniper

Der Energiepark Bad Lauchstädt ist ein großtechnisch angelegtes Reallabor zur intelligenten Erzeugung von grünem Wasserstoff sowie dessen Speicherung, Transport, Vermarktung und Nutzung. Als Reallabor der Energiewende wird dabei erstmalig die gesamte Wertschöpfungskette von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab erprobt. Es trägt so dazu bei, Zukunftstechnologien grünen Wasserstoff ganzheitlich zu erforschen und zur Marktreife zu bringen.

Das Projekt wird gemeinsam von Uniper und den folgenden Partnern umgesetzt: Terrawatt Planungsgesellschaft, VNG Handel & Vertrieb, VNG Gasspeicher, ONTRAS Gastransport und DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg.

Rückverstromung von Wasserstoff Haßfurt

Grüner BHKW-Gasmotor mit Rohrleitungssystem und Steuerungstechnik in moderner Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

2G Energy AG

In Haßfurt (Landkreis Haßberge, Bayern) wurde für das Stadtwerk Haßfurt GmbH erstmals in der kommunalen Praxis eine vollständig wasserstoffbasierte und CO₂‑freie Speicherkette für regenerativen Strom realisiert. Grundlage ist eine Power‑to‑Gas‑Anlage mit einem PEM‑Elektrolyseur von Siemens, der überschüssigen Wind- und Solarstrom in grünen Wasserstoff umwandelt. Ergänzt wird das System durch ein Wasserstoff‑Blockheizkraftwerk vom Typ agenitor 406 H₂ der 2G Energy AG, das mit einer elektrischen Leistung von 150 kW und einer thermischen Leistung von 172 kW betrieben wird. Der angeschlossene Wasserstoffspeicher erlaubt einen Dauerbetrieb des BHKW von rund 15 Stunden.

Wasserstoff Blockheizkraftwerk H2Pionier

APEX Group Industriegebäude mit Wasserstoff-Anlage im Vordergrund, moderne H2-Infrastruktur Rostock Laage

2G Energy AG

In Rostock-Laage betreibt die APEX Energy Teterow GmbH ein wasserstoffbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) des von 2G Energy gefertigten Typs agenitor 404c H₂. Die anschlussfertige Anlage mit 115 kW elektrischer und 129 kW thermischer Leistung dient der Eigenversorgung des Standorts und ist Teil des Wasserstoff-Leistungszentrums Norddeutschland. Der benötigte Wasserstoff wird vor Ort per Elektrolyse aus erneuerbarem Strom erzeugt.

Das Projekt wird von der APEX Energy Teterow GmbH betrieben und in Kooperation mit 2G Energy umgesetzt. Es ist unternehmenseigen finanziert und ohne IPCEI-Status realisiert worden. APEX nutzt das System als Pilotanwendung für die industrielle Eigenversorgung mit grünem Wasserstoff. Die Inbetriebnahme erfolgte 2020. Das BHKW ist in das energieautarke Gesamtkonzept am Standort Rostock-Laage eingebunden und unterstützt durch die gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung den Ausbau klimaneutraler Energiesysteme in Norddeutschland.