Projekt Kategorie Anwendung
H2 Solution Lab for Hydrogen Applications

Westfälische Hochschule
An der Westfälischen Hochschule entsteht ein H2 Solution Lab als zentrale Plattform zur Entwicklung und Erprobung grüner Wasserstoffanwendungen. Das Labor bindet regionale Unternehmen ein, bietet moderne Labor- und Testfeldinfrastruktur und unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Integration von Wasserstofftechnologien in bestehende Produktionsprozesse. Durch systematischen Wissenstransfer werden praxisnahe Lösungen entwickelt und in die Anwendung gebracht. Auf diese Weise stärkt das Projekt die regionale Innovationskraft im Bereich Wasserstoff, fördert Wertschöpfung und Beschäftigung und unterstützt die klimaneutrale Transformation. Mit der Entwicklung marktnaher Anwendungen leistet das Lab einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der Region.
SALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking)

Salzgitter AG
Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff um. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO₂ direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände.
Das IPCEI-Projekt wird mit rund einer Milliarde Euro durch den Bund und das Land Niedersachsen gefördert.
Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis Mitte der 2030er Jahre soll die CO₂-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.
H2!Academy

IHK Nord Westfalen
Die H2!Academy entwickelt am IHK-Standort Gelsenkirchen praxisorientierte Weiterbildungsangebote für die Wasserstofftransformation in der Emscher-Lippe-Region. Das Bildungsprojekt richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen und erfasst deren Qualifizierungsbedarfe durch Umfragen und Expertiseinterviews. Auf dieser Grundlage entsteht ein Wasserstoffkompetenzmodell, das in Pilotlehrgängen erprobt und weiterentwickelt wird.
Die IHK Nord Westfalen ist Projektträger der H2!Academy. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben über drei Jahre.
Das Projekt befindet sich in der Pilotphase am IHK-Standort Gelsenkirchen. Die hohe Unternehmensbeteiligung an Expertiseinterviews und Transferveranstaltungen zeigt den Bedarf an wasserstoffbezogenen Weiterbildungen. Durch gesteigertes Bewusstsein für erneuerbare Energien und Wasserstofftransformation ergeben sich deutliche CO₂-Einsparpotenziale.
H2 Filling Hub Lingen

Westfalen AG / RWE
Das H2 Filling Hub Lingen umfasst eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle zur Versorgung lokaler Betriebe und Privatkunden sowie eine nicht-öffentliche Trailerabfüllstation zur Versorgung von Kunden ohne direkten Pipelineanschluss am Standort des RWE Gaskraftwerks Emsland in Lingen (Ems), Landkreis Emsland, Niedersachsen. Die Anlage bezieht grünen Wasserstoff aus der benachbarten Elektrolyseanlage von RWE und bringt diesen zu den Abnehmern. Die öffentliche Tankstelle ermöglicht die Betankung wasserstoffbetriebener Fahrzeuge, während die Abfüllstation die Belieferung von Unternehmen per Tankfahrzeug ermöglicht.
Das Projekt stellt eine Partnerschaft zwischen RWE als Eigentümerin der Anlage und Herstellerin des grünen Wasserstoffs sowie der Westfalen AG als erfahrener Betreiberin der Wasserstoffanlagen dar. Die Zusammenarbeit verbindet RWEs Kompetenz in der Wasserstofferzeugung mit der Betriebserfahrung der Westfalen AG im Bereich Wasserstoff-Tankinfrastruktur.
Die Bauarbeiten für das H2 Filling Hub Lingen wurden gestartet und sollen im Sommer 2026 abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme der Tankstelle und Abfüllstation ist geplant. Die Anlage trägt zur Entwicklung der Wasserstoffmobilität und -versorgung in der Region Lingen bei.
H2 HoWi

Westenergie
Das Projekt H2 Howi in Holzwickede, Nordrhein-Westfalen, dient der Erprobung der Umstellung bestehender Erdgasleitungen auf den Transport von 100 Prozent Wasserstoff. Ziel ist es, die technische Umsetzbarkeit und rechtlichen Rahmenbedingungen einer solchen Umrüstung erstmals in Deutschland nachzuweisen und damit eine grüne Anwendung für das vorhandene Erdgasnetz zu ermöglichen. Das Vorhaben konzentriert sich auf die praktische Demonstration, dass die bestehende Gasinfrastruktur in Holzwickede für den reinen Wasserstofftransport geeignet ist und damit zur Dekarbonisierung der Energieversorgung beitragen kann.
Das Projekt wird von Westenergie durchgeführt und wissenschaftlich kontinuierlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung dokumentiert alle technischen und regulatorischen Erkenntnisse, die für künftige Wasserstoffprojekte im Gasnetz von Bedeutung sind. Das H2 Howi-Vorhaben nimmt eine Pionierrolle für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland ein.
Die Inbetriebnahme des H2 Howi-Projekts erfolgte im Oktober 2022. Die Projektlaufzeit ist bis Dezember 2026 angesetzt, um umfassende Langzeiterfahrungen mit dem Betrieb von Wasserstoff in umgerüsteten Erdgasleitungen zu sammeln. Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse sollen als Grundlage für die großflächige Transformation der Gasinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und bundesweit dienen
H2-Cluster-Heek

Wasserstoffentwicklungs GmbH
Das Pilotvorhaben H2-Cluster-Heek in der Gemeinde Heek im Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen, entwickelt eine vollständige Wasserstoff Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur Anwendung und zum Import von Wasserstoff. Die geografische Lage der Gemeinde ermöglicht den direkten Anschluss an die GET H2 Wasserstoffleitung sowie die Anbindung an die Kavernenspeicher im benachbarten Epe. Das Projekt koordiniert und synchronisiert die Arbeitsprozesse regionaler Akteure entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.
Das Vorhaben wird von der Wasserstoff Entwicklungs GmbH & Co. KG koordiniert. Das Projekt verfolgt die Ziele Energieautonomie, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit und soll als übertragbares Modell für weitere Regionen dienen.
Das H2-Cluster-Heek nutzt die strategische Lage zwischen der überregionalen Wasserstoff-Transportinfrastruktur und den Speicherkapazitäten, um eine regionale Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen. Das Pilotvorhaben soll die praktische Umsetzung der Energiewende durch die Integration aller Stufen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette demonstrieren.
Quartiersversorgung der Zukunft

2G Energy AG
Das Projekt „Neue Weststadt Esslingen“ in Esslingen am Neckar zeigt eine praxisnahe, klimaneutrale Quartiersversorgung. Ein von 2G Energy gefertigtes Blockheizkraftwerk (agenitor 406 H₂) mit 150 kW elektrischer und 172 kW thermischer Leistung nutzt 100 % Wasserstoff, der in einem unterirdischen Elektrolyseur aus lokalem Solarstrom erzeugt wird. Ergänzt durch einen 1.200 kW-Spitzenlastkessel und eine Absorptionskältemaschine versorgt das System über 500 Wohnungen, Gewerbeflächen und Hochschulgebäude im neuen Stadtteil mit Strom, Wärme und Kälte.
Gefördert im Programm „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ von BMWi und BMBF, soll das Projekt zeigen, wie lokale Sektorkopplung und grüner Wasserstoff städtische Energieversorgung vollständig klimaneutral machen können.
Die Inbetriebnahme des BHKW erfolgte 2021. Überschüssiger Wasserstoff kann ins Gasnetz eingespeist oder künftig für Mobilität genutzt werden – ein übertragbares Modell für urbane Energieprojekte in Süddeutschland.
Energiepark Bad Lauchstädt

Uniper
Der Energiepark Bad Lauchstädt ist ein großtechnisch angelegtes Reallabor zur intelligenten Erzeugung von grünem Wasserstoff sowie dessen Speicherung, Transport, Vermarktung und Nutzung. Als Reallabor der Energiewende wird dabei erstmalig die gesamte Wertschöpfungskette von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab erprobt. Es trägt so dazu bei, Zukunftstechnologien grünen Wasserstoff ganzheitlich zu erforschen und zur Marktreife zu bringen.
Das Projekt wird gemeinsam von Uniper und den folgenden Partnern umgesetzt: Terrawatt Planungsgesellschaft, VNG Handel & Vertrieb, VNG Gasspeicher, ONTRAS Gastransport und DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg.
Rückverstromung von Wasserstoff Haßfurt

2G Energy AG
In Haßfurt (Landkreis Haßberge, Bayern) wurde für das Stadtwerk Haßfurt GmbH erstmals in der kommunalen Praxis eine vollständig wasserstoffbasierte und CO₂‑freie Speicherkette für regenerativen Strom realisiert. Grundlage ist eine Power‑to‑Gas‑Anlage mit einem PEM‑Elektrolyseur von Siemens, der überschüssigen Wind- und Solarstrom in grünen Wasserstoff umwandelt. Ergänzt wird das System durch ein Wasserstoff‑Blockheizkraftwerk vom Typ agenitor 406 H₂ der 2G Energy AG, das mit einer elektrischen Leistung von 150 kW und einer thermischen Leistung von 172 kW betrieben wird. Der angeschlossene Wasserstoffspeicher erlaubt einen Dauerbetrieb des BHKW von rund 15 Stunden.
Wasserstoff Blockheizkraftwerk H2Pionier

2G Energy AG
In Rostock-Laage betreibt die APEX Energy Teterow GmbH ein wasserstoffbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) des von 2G Energy gefertigten Typs agenitor 404c H₂. Die anschlussfertige Anlage mit 115 kW elektrischer und 129 kW thermischer Leistung dient der Eigenversorgung des Standorts und ist Teil des Wasserstoff-Leistungszentrums Norddeutschland. Der benötigte Wasserstoff wird vor Ort per Elektrolyse aus erneuerbarem Strom erzeugt.
Das Projekt wird von der APEX Energy Teterow GmbH betrieben und in Kooperation mit 2G Energy umgesetzt. Es ist unternehmenseigen finanziert und ohne IPCEI-Status realisiert worden. APEX nutzt das System als Pilotanwendung für die industrielle Eigenversorgung mit grünem Wasserstoff. Die Inbetriebnahme erfolgte 2020. Das BHKW ist in das energieautarke Gesamtkonzept am Standort Rostock-Laage eingebunden und unterstützt durch die gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung den Ausbau klimaneutraler Energiesysteme in Norddeutschland.