Konzept von GET H2 verknüpft bundesweit Reallabore zu einer Wasserstoffwirtschaft
24. Juli 2019. 20 Projekte wurden vom Bundeswirtschaftsministerium als Gewinner des Wettbewerbs „Reallabore der Energiewende“ ausgewählt. Darunter acht, die auf der Erzeugung von grünem Wasserstoff aus erneuerbarem Strom aufbauen. Die Initiative GET H2, die für das Konzept einer deutschlandweiten Wasserstoffinfrastruktur steht, begrüßt diese Entscheidung. „Grüner Wasserstoff erhält durch diese Förderung die erforderliche politische Aufmerksamkeit, die er als Schlüsselelement einer erfolgreichen Energiewende benötigt“, sagt Roger Miesen, Vorstand des GET H2 Partners RWE Generation. „GET H2 liefert dazu ein Konzept, das die Reallabore und andere Projekte zu einem großen Ganzen verknüpft: einer bundesweiten Wasserstoffinfrastruktur.“
Grüner Wasserstoff kann als komplementäre Technologiebasis zum Erreichen der Klimazielebeitragen. Und das sektorübergreifend in Industrie, Verkehr, Wärme und im Fall von Dunkelflauten auch in der Stromerzeugung“, betont Miesen. Frank Heunemann, Geschäftsführer des GET H2 Partners Nowega, ergänzt: „Diese Kopplung aller Sektoren und die bestmögliche Nutzung vorhandener Infrastrukturen kennzeichnet die Idee hinter GET H2.“ Eine wichtige Rolle spielen dabei die bestmögliche Nutzung vorhandener Gasleitungen und Speicher sowie die Einbindung der Abnehmer des Wasserstoffs. Mit diesem Ziel laufen bereits weitergehende Gespräche mit potenziellen Abnehmern des grünen H2 in den Bereichen Raffinerie, chemische Industrie sowie Betreibern von Kavernenspeichern. Zur Erzeugung des Wasserstoffs prüfen die GET H2 Partner zunächst eine Elektrolyse im industriellen Maßstab am Standort Lingen, Emsland, eingebunden in die dort vorhandene Infrastruktur mit Speichern, Gasleitungen, Fernwärmenetz und der Möglichkeit zur Rückverstromung.
„Innovative Wasserstoff-Infrastrukturprojekte können eine Schlüsselfunktion für die Umsetzung der Energiewende haben. Nun sind seitens der politischen Entscheidungsträger Änderungen an den geltenden Rahmenbedingungen gefordert, die engagierten Unternehmen einen wirtschaftlichen Bau und Betrieb derartiger großtechnischer CO2-freier Anlagen ermöglichen“, sagt Prof. Dr. Thomas Thiemann vom GET H2 Partner Siemens. Hierzu gehören unter anderem eine sektorkopplungsgerechte Anpassung des Steuer- und Abgabensystems, Anreize zur Nutzung von grünem H2 sowie eine Einführung handelbarer Herkunftsnachweise für Wasserstoff, die auf CO2-Minderungsziele anrechenbar sind. Zentral ist zudem eine konsequente Berücksichtigung von H2 im Energierecht und Gasmarktregelwerk. Dafür setzen sich die an GET H2 beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen ein.