2,3 Mrd. Euro für Wasserstoffprojekte in Niedersachsen

15. September 2022. Salzgitter. Mit rund 709 Mio. Euro unterstützt das Land Niedersachsen die Wasserstoffprojekte im Land, weitere 1,6 Mrd. Euro sollen vom Bund dazukommen. Die GET H2 Partner Salzgitter Flachstahl, bp, Evonik, Nowega, OGE, RWE und Thyssengas, deren zu einem System integrierten Wasserstoffprojekte mit dieser Förderung umgesetzt werden sollen, begrüßen diese wichtige finanzielle Absicherung und drängen auf eine zügige Notifizierung der Fördergelder durch die EU.


In Salzgitter haben der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, heute die Verwaltungsvereinbarung für die Fördergelder unterzeichnet. Zwölf Wasserstoffprojekte in Niedersachsen sollen davon profitieren, darunter fünf, die unter maßgeblicher Beteiligung von Partnern der Initiative GET H2 umgesetzt werden. Alle Fördermittel werden im Rahmen des Programms für „Wichtige Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse“ (IPCEI) der EU bewilligt. Bevor die Fördersumme ausgezahlt werden kann, ist allerdings zwingend ein positiver Bescheid aus Brüssel nötig, der weiterhin aussteht. Um die Projekte innerhalb ihrer ambitionierten Zeitpläne umsetzen zu können, sind die Unternehmen auf zeitnahe Entscheidungen der EU-Kommission angewiesen.

„Die Bereitstellung der Mittel im niedersächsischen Landeshaushalt ist ein wichtiges Signal, dass die Landesregierung entschlossen hinter den Wasserstoffprojekten steht“, so die sieben GET H2 Partner. Dadurch entstehe mehr Verbindlichkeit für die Finanzierung der Projekte zu Erzeugung, Transport und industriellem Verbrauch von grünem Wasserstoff. „Das Land Niedersachsen unterstreicht damit seine zentrale Rolle beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und das große Potenzial des klimaneutralen Rohstoffs für die Erreichung der Klimaziele.“

Neben dem finanziellen Aspekt sind zur Realisierung der Projekte vor allem auf europäischer Ebene noch wichtige regulatorische Rahmenbedingungen notwendig. Dazu gehören die Fragen, welcher Strom für die Erzeugung von grünem Wasserstoff verwendet werden darf, wie die Finanzierung des Wasserstoffnetzes organisiert werden soll oder welche Anreize für den Verbrauch des grünen Wasserstoffs in der Industrie geschaffen werden. Für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft braucht es Klarheit in diesen zentralen Punkten, betonen die GET H2 Partnerunternehmen.

Die Projekte des GET H2 Konsortiums im Überblick: Mit dem von bp, Evonik, Nowega, OGE, RWE, Salzgitter Flachstahl und Thyssengas gemeinschaftlich für die IPCEI-Förderung eingereichten Gesamtprojekt sollen bis 2030 CO2-Emissionen von bis zu 16 Mio. Tonnen vermieden werden. In Lingen (Emsland) soll auf einem RWE-Kraftwerksstandort eine 300 MW Elektrolyse grünen Wasserstoff erzeugen. Ab 2024 wird damit die bp Raffinerie in Gelsenkirchen versorgt. Der Transport erfolgt größtenteils über bestehende Leitungen des Gasnetzes (orange dargestellt), die auf Wasserstofftransport umgestellt werden. 2025 ist die Erweiterung des Netzes bis zur niederländischen Grenze geplant, 2026 soll durch RWE Gas Storage West ein Kavernenspeicher in Gronau-Epe integriert werden, das Netz soll bis Duisburg-Hamborn erweitert werden. Bis spätestens 2030 soll das Netz bis zum Stahlwerk Salzgitter ausgebaut sein und ggf. an weitere Netze (hellblau dargestellt) anknüpfen.

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